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Ich bin aus der Ukraine geflüchtet, aber andere Menschen sterben dort: das Überlebensschuld-Syndrom der geflüchteten UkrainerInnen

Alle Probleme, die der Krieg und die Umsiedlung verursacht hatten, werden den Überlebenden angelastet:

  • weil andere es schlimmer haben als du
  • weil du deine Heimat verlassen hast
  • weil du deinen Mann, deine Verwandten und Freunde verlassen hast
  • weil andere sterben, und du lebst weiter

Wenn man liest, worüber Ukrainer in sozialen Netzwerken schreiben, sieht man häufig die folgenden Beiträge:

„Ja, ich bin geflüchtet, aber vorher habe ich mein ganzes Geld der ukrainischen Armee gegeben, habe mich freiwillig gemeldet und Tag und Nacht gearbeitet. Ich bin ins Ausland gefahren, weil es in meiner Stadt gefährlich wurde, und ich habe ein fünfjähriges Kind.“

„Ich wollte wirklich nicht aus der Ukraine fliehen, aber ich musste, weil ich kleine Kinder habe. Wenn ich keine Kinder hätte, würde ich mit meinem Mann an die Front gehen.“

Manchmal nimmt dieses destruktive Gefühl Leben.

Zwei junge Ärztinnen aus Dnipro sind nach Polen geflüchtet, sind aber bald in die Ukraine zurückgekehrt, was für sie zu einer fatalen Entscheidung wurde: Eine Rakete, die am 16. Januar 2023 ein Wohnhaus in Dnipro getroffen hat, hat die beiden Freundinnen getötet. Sie sind in diesem Moment daran vorbeigegangen, um im Fitnessstudio zu trainieren.

Warum sind sie zurückgekommen? Wir können es nicht mit Sicherheit sagen, aber wir wissen es genau: Es ist gefährlich, sich im Moment in der Ukraine aufzuhalten. Deshalb helfen wir unseren Besucherinnen, das Überlebensschuld-Syndrom loszuwerden und in Sicherheit zu bleiben, während der Feind in der Ukraine wütet.

Schon bald wird „Domivka“ nach den Neujahrsferien wieder seine Türen öffnen. Treffen für Frauen mit Psychologen und Kunsttherapeuten, MAK- und Neurografen werden wieder aufgenommen. Diese Treffen sind besonders wichtig für Frauen, denn hier tanken sie nicht nur Kraft zum Leben, sondern finden auch schnell einen Weg, sich in Österreich zurechtzufinden.

Wir sind jedem von Ihnen sehr dankbar, der unser Projekt weiterhin finanziell unterstützt. Dank Ihnen können Hunderte von Familien nicht nur ihre äußere, sondern auch ihre innere Welt wiederherstellen, und trotz des Krieges Halt in sich selbst finden, um weiterzuleben und sich zu entwickeln.

Ihre Hilfe zählt!

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung.